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1892 bis heute

Ein Blick zurück

Die Geschichte der Psychiatrie St.Gallen Nord beginnt im Jahr 1884, acht Jahre vor der Eröffnung des Asyls Wyl. Erfahren Sie hier in Kürze, was wann geschah, welche Wendepunkte und Meilensteine herausragten, welche wichtigen Einflüsse den Lauf der Dinge bestimmten und welche Persönlichkeiten die Geschichte unseres Unternehmens geprägt haben.

 

1884

Platzmangel schafft Handlungsbedarf

Die «Irrenanstalt» St. Pirminsberg in Pfäfers kann die Vielzahl der Patientinnen und Patienten nicht mehr aufnehmen. Der Grosse Rat beschliesst deshalb im Jahr 1884 die Gründung einer weiteren Einrichtung zur Unterbringung und Verpflegung von körperlich und geistig kranken Menschen.

1888

Beschluss über den neuen Standort

Ausschlaggebend für die Wahl des neuen Standortes Wil ist vor allem die Nähe zum Hauptort St.Gallen und zu einem grossen Teil des Kantons. Das Wyler Eggfeld wird den 38 Besitzern für die Bebauung abgekauft.

Sicherstellung der Wasserversorgung

Eine ausserordentliche Bürgerversammlung befindet am 15. April 1888 über die Wasserabgabe der städtischen Wasserversorgung an das «projektierte Asyl für Altersschwache, Kranke und Unheilbare».

Vereinbarung mit der Gemeinde

Der «Vertrag betreffend die Wasserversorgung» zwischen der politischen Gemeinde und dem Asyl in Wil sichert genügend und günstiges Wasser für den Betrieb und als Löschwasser für die Feuerwehr. Der 129 Jahre alte Vertrag ist noch heute gültig.

1892 Juni

Information der Bevölkerung

Die Direktion informiert am 15. Juni 1892 in der Lokalpresse die Bevölkerung über die Eröffnung des «Asyles Wyl» und wirbt um «Pfleglinge».

Eröffnung des Asyls Wyl

Das Direktionsgebäude mit Versammlungsraum und Kapelle, 300 Betten in vier nach Geschlecht getrennten Häusern, ein Hauswirtschaftsgebäude, das Abdankungshaus sowie der Gutsbetrieb mit Acker- und Weideland für die vorgesehene Selbstversorgung stehen für die Inbetriebnahme des «Asyles Wyl» am 28. Juni 1892 bereit. Die Gebäude sind von einem zwei Meter hohen Zaun aus Eisenstangen umgeben.

Erster Direktor wird der erst 28-jährige Dr. med. Heinrich Schiller, der zuvor als Assistenzarzt in St. Pirminsberg tätig war. Er bezieht die Dienstwohnung im Direktionsgebäude. Sein Amt wird er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1935, also 43 Jahre lang, innehaben.

1892 Juli

Einzug der ersten Bewohner

Die ersten Patientinnen und Patienten ziehen ein: 60 Frauen und zwei Tage später 60 Männer siedeln aus dem «Irrenhaus» St. Pirminsberg in Pfäfers ins Asyl Wyl um. Die Lokalpresse berichtet am 2. Juli 1892 ausführlich darüber. «Wyl. Die ersten Pfleglinge des Asyls sind eingerückt, indem 120 unheilbare Irren aus der Irrenanstalt St. Pirminsberg in zwei Malen hierher verbracht wurden und zwar am 28. Juni 60 Frauen, worunter meistens junge Mädchen und am 30. Juni 60 Männer, begleitet von je drei Ärzten und zwanzig Wärter bzw. Wärterinnen. Die Kranken wurden jeweilen in St. Pirminsberg am frühen Morgen, kurz nach 1 Uhr, in 5 Leiterwagen eingeladen und nach der eine Stunde entfernten Bahnstation Ragaz geführt. Die traurige Fahrt forderte besondere Vorsicht, da sie noch bei Nacht auf einer Strasse mit starkem Gefäll erfolgte und natürlich jede Unruhe und Ungleichmässigkeit im Fahren vermieden werden musste; deshalb wurden als Bespannung der Wagen nicht Pferde, sondern Ochsen verwendet. In Ragaz war ein Extrazug bereit, bestehend aus einem Personen- und 2 Güterwagen (für die Unruhigen und Tobsüchtigen) und 1 Gepäckwagen. Nach 3 Uhr trafen die Leiterwagen auf der Station ein und nach Verlauf einer halben Stunde waren die Bedauernswerten eingeladen. Nach einer 3 1/ 2-stündigen Fahrt traf der Zug in Wyl ein. In St.Margrethen wurde ein Trunk verabreicht, sonst wurde auf der Fahrt nur angehalten, wo dienstliche Rücksichten es nöthig machten. In Wyl standen wiederum Leiterwagen bereit, in denen die Kranken auf einem neuerstellten Feldweg nach dem Asyl geführt wurden. Eine grosse Masse Volkes, auch von auswärts, war herbeigeströmt und betrachtete mit wehmüthiger Theilnahme das Trauerspiel. Der Leiter der Anstalt, die Aerzte und Wärter, verdienen alle Anerkennung für die ruhige Pflichttreue, womit sie die schwierige Aufgabe des Transportes lösten.»

1897

Wachsender Bettbedarf

Die 300 Betten reichen bald nicht mehr aus. Zusätzlich bereitet auch die Unterbringung gewalttätiger oder ausbruchgefährdeter forensischer «Geisteskranker» zunehmend Sorgen. Dr. Heinrich Schiller besucht zahlreiche Psychiatrieeinrichtungen im In- und Ausland, um sich über die beste – und kostengünstigste – Art der Unterbringung von «Geisteskranken» kundig zu machen. In seiner Schlussfolgerung befürwortet er begeistert das Pavillonsystem mit kleineren, auf dem Areal verteilten Einheiten. Im Herbst unterbreitet er seine Vorstellungen dem Grossen Rat, zusammen mit den vom Kantonsarchitekten erstellten Bauplänen.

1898

Erhöhung der Bettenzahl

Der Grosse Rat stimmt in der Frühjahrssession einstimmig den Plänen von Dr. Heinrich Schiller zu und beschliesst die Erhöhung der Bettenzahl auf 600. Bau von neuen Pavillons Die Umsetzung beginnt unmittelbar. Bis 1903 werden die erforderlichen Pavillons in symmetrischer Anordnung gebaut. Das Prinzip «gerade Hausnummern für die Männer, ungerade für die Frauen» wird beibehalten. Die Zusammenführung der Geschlechter wird in den 1970ern beginnen und erst im Jahr 1997 abgeschlossen sein.

Belegung der Pavillons:

• Haus 10 und 11 für je 40 «unruhige» Männer und Frauen

• Haus 4 und 5 als Überwachungsstationen für je 25 Männer und Frauen. Der Assistenzarzt erhält eine Wohnung im Frauenpavillon, der Oberwärter im Männerpavillon.

• Haus 6 (Bild) und 7 für je 40 «halbruhige» Männer und Frauen. Gleichzeitig entsteht das Werkstättenhaus für die Schreinerei, Malerei und die Metzgerei, mit einer Wohnung für den Maschinisten.

• Haus 12 und 13 für je 35 «ruhige» Männer und Frauen

In den grosszügigen neuen Pavillons werden zusätzlich auch Pensionäre aufgenommen

1917

Kauf der Alp Bargenegg

Dr. Heinrich Schiller lernte bereits in St. Pirminsberg die Arbeitstherapie kennen und führte sie bei seinem Amtsantritt in Wil ein. «Die handwerkliche und landwirtschaftliche Beschäftigung ist wie kein anderes Mittel geeignet, die Kranken vor Unzufriedenheit und dem vollständigen geistigen Verfall zu bewahren» (Dr. Heinrich Schiller). Mit dem Kauf der Alp Barenegg als Ergänzung zum Gutsbetrieb durch den Kanton St.Gallen geht sein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, ausserhalb des Asyls geeignete Patientinnen und Patienten in der Landwirtschaft zu beschäftigen. Die Alp wird ganzjährig bewirtschaftet. Das Zusammenleben mit der Pächterfamilie hat den Charakter einer Familienpflege. Bald wird die Alp auch beliebtes Ausflugsziel für Mitarbeitende sowie Patientinnen und Patienten.

1918

Spanische Grippe

Die Pandemie sucht auch das Asyl Wil heim. Unter den Todesfällen ist auch eine Ärztin.

1919

Musik und Theater

Was mit Singen und Musizieren «im Gang» begann, führt zur Gründung des «Personalgesangsvereins Asyl Wil». Schon bald kommt die Lust am Schauspiel dazu. Die lange Tradition von jährlichen öffentlichen Theatervorführungen beginnt. Im Jahr 2019 wird das «KliWi-Theater» sein 100-jähriges Jubiläum feiern. Der Initiator Karl Widmer, Wärter im Haus 8, hält alle Anlässe bis 1969 in einem Album fest

1926

Eigenes Haus für Kinder

Vereinzelt werden im Asyl Wil auch geistig behinderte Kinder – damals «schwachsinnig» genannt – aufgenommen. Sie sind bei den Erwachsenen untergebracht, im besten Fall in eigens für sie hergerichteten Kinderstuben. «Mit der wachsenden Zahl dieser lebhaften und schwer zu führenden kleinen Patientinnen und Patienten sind diese für die Erwachsenen eine ‹Plage› geworden.» (Dr. Heinrich Schiller). Das einzige Heim für behinderte Kinder in Neu St. Johann, das «Johanneum», kann derart schwer Beeinträchtigte nicht aufnehmen – das Asyl Wil füllt die Lücke. Das Kinderhaus wird für 30 Kinder gebaut, geführt wird es von Ingenbohler Ordensfrauen, die auch im Haus wohnen. 1968 werden sie ins Mutterhaus nach Ingenbohl zurückberufen. Aufgrund des herrschenden Personalmangels bedeutet dieser Schritt auch die Schliessung des Kinderhauses. Die Kinder werden in Heimen oder in anderen Abteilungen des Asyls weiterbetreut.

1931

Einführung der Familienpflege

Ein grosszügiges Legat ermöglicht die Einführung der Familienpflege. «Damit ist auch im Kanton St.Gallen eine wichtige Institution gegründet worden, die vielen Geisteskranken die Wohltat einer freieren Behandlung zuteil werden lässt und die überfüllten kantonalen Anstalten entlasten kann.» (Dr. Heinrich Schiller). Engagierte ehemalige Pflegerinnen des Asyls gründen «Aussenstationen», heute würde man sie Wohngemeinschaften nennen, in Braunau, Lütisburg, Trungen und Lichtensteig.

Behandlung von Alkoholabängigen

Eine weitere Entlastung des Asyls Wyl bringt ab 1937 die Unterbringung von behandlungswilligen alkoholkranken Männern in der Pension «Mühlhof» in Tübach. Dort werden sie von einem Asylarzt weiter betreut

1935

Neuer Direktor

Dr. Eduard Naef wird neuer Direktor des Asyls Wil, nachdem er seit 1924 Sekundärarzt (Leitender Arzt) war. Er wird das Amt über die schwierigen Kriegsjahre bis 1951 innehaben.

1937

Weiterer Neubau

Im Jahr 1937 wird das Haus 15 als Neubau eröffnet. «Durch den Neubau auf der ‹Frauenseite › kann die Bettenzahl verschiedener Säle und Zimmer vermindert werden, was speziell im Winterbetrieb sehr angenehm empfunden wurde.» (aus dem Jahresbericht).

Die Kriegsjahre 1939 bis 1945

Belastungen für das Asyl Wil

Die Kriegsjahre hinterlassen auch im Asyl ihre Spuren. Abwesenheiten von männlichem Personal wegen Militärdienst, einschneidende Sparmassnahmen in allen Bereichen mit drastischen Einschränkungen punkto Lebensmittel und Heizung, die «Anbauschlacht» etc. sind enorme Belastungen für das Asyl Wil. Die Beschwerde eines Patienten vom 25. April 1944 mit 17 Mitunterzeichnenden zeigt die ganze Not: Werte Direktion Da wir alle uns zu beklagen haben betreff dem Essen, möchten wir Ihnen bekannt machen, dass wir am Morgen zu wenig Brot haben. Kaum haben wir ein wenig gegessen haben wir schon wieder Hunger. Mittags ist es das gleiche, wir müssen immer Hunger leiden. Das Brot wo wir heute Morgen bekamen war 80 – 100 gr es ist eine lange Zeit bis Mittag. Haben schon eine Weile nicht mehr reklamiert, aber doch gesehen. Gestern Abend bekamen wir 1 Teller Suppe ein kleines Stükli Brot und ein kleines Käsli. Mit Hunger mussten wir den Tisch verlassen. Schauen Sie bitte nach dem Rechten.

1942

Fest zum 50-jährigen Jubiläum

Das Asyl feiert sein 50-jähriges Bestehen – mitten im Krieg. Das Fest wird deshalb im kleinen Rahmen begangen. Anwesend ist auch der erste Direktor des Asyls, Dr. Heinrich Schiller. Eine Patientin verfasst zu diesem Anlass ein würdigendes Gedicht:

Zahlen zum Jubiläumsjahr (aus dem Jahresbericht)

• Die Maximalzahl von 1020 Betten ist erreicht.

• Personalbestand: 185 Mitarbeitende, darunter 142 Pflegende, 6 Ärzte, 36 Angestellte der Dienstbetriebe, 1 ärztlicher Direktor.

• Bisher traten 17‘318 Patientinnen und Patienten ein, etwa gleich viele Frauen wie Männer, die meisten, etwa 85 %, «Geisteskranke», die andern körperlich Kranke.

1947

Wohgenossenschaft Bergholz

Als Massnahme zur Personalerhaltung wird die Wohngenossenschaft Bergholz zur Verbesserung der Wohnsituation des Wärterund Pflegepersonals gegründet. Sechzehn günstige Einfamilienhäuser können von verheiratetem Personal bezogen werden. Im Jahr 1960 kommt die Wohnbaugenossenschaft Letten mit weiteren 24 Häusern dazu.

1951

Neuer Direktor

Dr. Fred Singeisen wird neuer ärztlicher Direktor des Asyls Wil. Er wird das Amt bis 1974 innehaben. Während dieser Zeit wird ihm im Jahr 1955 neu ein Verwaltungsdirektor zur Seite gestellt: Robert Sutter, der im Jahr 1970 von Walter Schär abgelöst wird.

Neuer Name

Das Asyl Wil bekommt einen neuen Namen: Heil- und Pflegeanstalt.

1952

Erster Adventsbazar

Die Idee, den Alltag der Patientinnen und Patienten mit einem Adventsbazar etwas aufzulockern, wird verwirklicht. Der Chefarzt spendet das Startkapital von fünf Franken für die Produktion von Holzspielzeug und Weihnachtsschmuck. Der Adventsbazar bzw. Adventsmarkt wird zur Wiler Tradition.

1953

Neue Medikamente

Die Entdeckung des Wirkstoffs Chlorpromazin, bekannt als Largactil, wirkt sich auch auf die Heil- und Pflegeanstalt aus. An Schizophrenie erkrankte Patientinnen und Patienten werden zunehmend mit diesem Neuroleptikum behandelt – für viele mit grossem Erfolg. Selbst schwere Symptome können so weit abgeschwächt werden, dass die Notwendigkeit für eine stationäre Behandlung zurückgeht. Die Bettenzahl in allen Psychiatrischen Kliniken beginnt zu sinken. Eine Entwicklung, die sich nach der Entdeckung der Antidepressiva, des Lithiums, das die Symptome der Manie mildert, sowie der angstlösenden Medikamente, wie zum Beispiel das bekannte Valium, weiter fortsetzen wird. Schlafkuren, Insulin/und Elektroschocktherapien werden abgelöst.

1955

Brand in der Scheune

Alarm in der Silvesternacht: die Scheune brennt! Trotz Grosseinsatz der Feuerwehr brennt das Gebäude vollständig nieder. Die Brandursache bleibt ungeklärt, trotz vieler Anhörungen, Verhöre und kriminaltechnischer Untersuchungen.

Einzug in die Schwesternhäuser

Verbesserung der Wohnsituation für die Krankenschwestern: Die Schwesternhäuser Ost und West stehen für den Einzug bereit. Die beiden Schwesternhäuser Ost werden seit 1986 als Personalhäuser geführt. Das Schwesternhaus West wird im Jahr 1996 an die Heimstätten abgetreten.

1957

Asiatische Grippe

Die zweitschlimmste Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts macht auch vor der Heil- und Pflegeanstalt nicht halt. In einem Patientendossier ist die Rede von einer bereits «verseuchten» Abteilung.

1961

Offene Fenster

Im Laufe der Jahre «fallen» immer mehr Fenstergitter, die letzten im Jahr 1971.

1967

Neuer Name

Aus der Heil- und Pflegeanstalt wird die Kantonale Psychiatrische Klinik Wil. Es ist die dritte Bezeichnung seit der Eröffnung vor 75 Jahren.

1968

Eröffnung des Mehrzweckgebäudes

Ans alte Hauswirtschaftsgebäude angebaut, beherbergt das neue Mehrzweckgebäude eine erstaunliche Vielfalt: die Zentralküche und das Personalrestaurant mit den dazugehörigen Räumlichkeiten, Büroräume, Personalzimmer, eine Theaterbühne und einen Hörsaal. Im alten Hauswirtschaftsgebäude befindet sich nach wie vor die Wäscherei.

1968 (Sommer)

Eröffnung der Krankenpflegeschule

Die neu gegründete «Schule für Psychiatrische Krankenpflege Wil» beginnt ihren Unterricht im neuen Schulpavillon in zweckmässig ausgestatteten Räumen. Im Jahr 1997 wird sie geschlossen, die Berufsschule für Gesundheits- und Krankenpflege «Südhalde» in Zürich übernimmt. Im Jahr 2008 tritt der Rahmenlehrplan des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) auch für Pflegeberufe in Kraft. Die Auszubildenden der Klinik Wil besuchen neu die kantonale Berufsschule, im Jahr 2003 sind auch die ersten Fachfrauen/ Fachmänner Gesundheit (FaGe) dabei.

1971

Einführung der Sozialpsychiatrischen Dienste

Dank der Fortschritte in der modernen Psychopharmakologie und Psychotherapie müssen immer weniger Patientinnen und Patienten stationär in einer Klinik betreut werden. Die ambulante «Psychiatrie in der Gemeinde» gewinnt an Bedeutung. Man verspricht sich, durch die Früherfassung einer psychischen Erkrankung ein Klinikaufenthalt zu vermeiden oder durch eine gezielte Nachbetreuung verkürzen zu können. Bis 1990 entstehen Sozialpsychiatrische Beratungsstellen in Wattwil, St. Gallen, Wil, Uznach, Heerbrugg, Sargans und Rorschach. Ärzte, Psychiatriepflegende und Sozialarbeitende arbeiten im Team zusammen. Die Gutachtertätigkeit nimmt zu, insbesondere zur Militärtauglichkeit und zu Schwangerschaftsabbrüchen.

1974

Aufteilung der Klinik

1974 wird die Kantonale Psychiatrische Klinik Wil in die Klinik A und Klinik B aufgeteilt. Zwei Chefärzte werden als Nachfolger von Dr. Fred Singeisen gewählt: Dr. med. Walter Pöldinger und Dr. med. Helmut Kunz. Das Bild zeigt sie zusammen mit dem Verwaltungsdirektor Walter Schär.

1975

Kinderhort für Angestelle

Dem Zeitgeist und der Personalnot entsprechend erhalten auch die Angestellten der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil einen Kinderhort für die Betreuung ihrer Kinder während der Arbeit. Die ehemalige Kegelbahn bietet dazu die idealen Räumlichkeiten, die «heimelig» und kindergerecht hergerichtet werden.

1980

Neues Aufnahmegebäude

Der Neubau mit drei Stationen und einem medizinischen Zentrum bietet alle Voraussetzungen für eine moderne Akutpsychiatrie und psychiatrische Rehabilitation. Nebst Ergo- und künstlerischer Gestaltungstherapie wird neu auch Physiotherapie angeboten. Ein Hallenbad und ein Turnraum erweitern die Therapiemöglichkeiten. Medizinische Geräte zur Diagnostik (Röntgen-, EEGund EKG-Apparate), das Labor und die Apotheke stehen zentral zur Verfügung. Auch eine Zahnarztpraxis wird eingerichtet. Eine Fach- und Patientenbibliothek, eine Kegelbahn und nicht zuletzt der beliebte Treffpunkt beim Kiosk sind weitere Pluspunkte des Neubaus.

1981

Eröffnung der Drogenberatungsstelle

Die Drogenberatungsstelle in St.Gallen wird als Ambulatorium der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle realisiert und bringt eine wesentliche Entlastung. Im Jahr 1994 wird die Drogenberatungsstelle in die «Stiftung für Drogenabhängige» integriert. Die Stiftung deckt mit der Methadon-Abgabe und mit Massnahmen zur Aidsprävention zentrale Segmente in der Drogenarbeit ab.

1982

Fachliche Unabhängigkeit

Die Sozialpsychiatrischen Dienste werden von der Klinik Wil fachlich unabhängig: Dr. med. Rudolf Osterwalder wird erster Chefarzt der Sozialpsychiatrischen Dienste.

1983

Sanierung der Gutsbetriebe

Der in die Jahre gekommene Schweinestall gibt schon länger Anlass zur Kritik. Der Gesamtregierungsrat nimmt diesen selbst in Augenschein und die Hauszeitschrift der Klinik berichtet: «Der Schweineduft vermochte selbst den Gesundheits- und Erziehungschef sowie den Kantonsbaumeister nicht aus der Ruhe zu bringen!» Anlässlich der Gesamtsanierung der Gutsbetriebe in den späten Achtzigerjahren wird auch der Schweinestall modernisiert.

1985

Neuer Chefarzt

Dr. med. Rudolf Osterwalder wird neuer Chefarzt, zusammen mit Dr. Helmut Kunz bis zu dessen Weggang im Jahr 1989. Ihnen zur Seite steht neu ein Leiter Pflegedienst, Bruno Facci. Das Bild zeigt Bruno Facci, Dr. med. Hanspeter Wengle, neuer Chefarzt Sozialpsychiatrische Dienste, Dr. med. Rudolf Osterwalder und Walter Schär, Verwaltungsdirektor.

1986

Freizeitprogramm

Die Minigolfanlage wird durch die Geschäftsleitung mit dem ersten Spiel eröffnet. 1988 kommt ein Allwetter-Sportplatz, besser bekannt als Tennisplatz, dazu. Beides sind attraktive Freizeitmöglichkeiten, die auch von der Wiler Bevölkerung geschätzt werden. Der bereits früher erstellte Fussballplatz wird insbesondere für die zahlreichen «Grümpeliturniere» und die dazugehörigen Trainings in Anspruch genommen.

1987

Kunst und Kultur

Das im antiken Baustil errichtete ehemalige Abdankungs-Tempelchen bietet als Kulturpavillon die ideale Kulisse für öffentliche Kunstausstellungen und andere kulturelle Anlässe. Kunstinteressierte Mitarbeitende engagieren sich bis heute in der Kulturgruppe der Klinik.

1991

Nationaler Frauenstreik

Auch in der Psychiatrischen Klinik Wil wird gestreikt: «Wenn frau will, steht alles still». Es geht um die Lohngleichheit – für die sich auch eine Mitarbeiterin der Klinik auf politischer Ebene sehr erfolgreich engagiert.

1992

Zum 100-jährigen Jubiläum

Unter dem Motto «Öffnung, Offenheit und Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie» finden im Jubiläumsjahr Vorlesungen, Filmvorführungen, Buchlesungen, Symposien und Ausstellungen im Kulturpavillon statt – eine breite Öffentlichkeit setzt sich mit der Psychiatrie und psychischen Erkrankung auseinander. Anlässlich des Jubiläums wird die Festschrift «100 Jahre Kantonale Psychiatrische Klinik» herausgegeben.

1993

Spontan-Entzug

Die offene Drogenszene auf dem Platzspitz in Zürich und auch auf dem Schellenacker in St. Gallen erreicht Anfang der Neunzigerjahre einen unrühmlichen Höhepunkt. Deshalb werden im «Spontant-Entzug» Flawil als Ergänzung zum Klinikangebot sechs Betten für spontan Entzugswillige bereitgestellt. Der Rückgang der offenen Drogenszene, die staatliche Heroin-Abgabe und die Konsolidierung der Methadon-Programme in St. Gallen führen zu veränderten Bedürfnissen in der Suchttherapie. Zudem weicht der «kalte» Drogenentzug der bisher verpönten «warmen» medikamentösen Entzugsbehandlung. Vor allem aus diesen Gründen wird die ohne Arzt geführte Aussenstation in Flawil im Jahr 1996 geschlossen.

Neuer Direktor

Josef Fässler wird neuer administrativer Direktor.

Heimstätten

Veränderungen in der Pflegeauffassung führen vom «Bewahren» geistig behinderter Patientinnen und Patienten zu heil- und sozialpädagogisch ausgerichteter, individueller Betreuung. Geistig behinderte Patientinnen und Patienten erhalten eigene Wohnheime, wo sie von Programmen zur Tages- und Freizeitgestaltung profitieren können. Zudem haben sie Gelegenheit, in den Geschützten Werkstätten zu arbeiten.

1996

Neuer Chefarzt

Dr. med. Hanspeter Wengle wird neuer Chefarzt. Er wird sein Amt bis 2010 innehaben.

1997

Kantonale Sektorisierung und neuer Name

Das Kantonsgebiet wird in der kantonalen Spitalplanung in zwei autonome Sektoren aufgeteilt. Der Sektor Nord erhält die Bezeichnung Kantonale Psychiatrische Dienste – Sektor Nord, kurz: KPD-SN, der Sektor Süd heisst Psychiatrie-Dienste Süd, kurz: PDS. Man verspricht sich von der Sektorisierung eine kontinuierliche, patientengerechtere Versorgung. Der Sozialpsychiatrische Dienst wird aufgehoben. Die Leitung der Beratungsstellen übernehmen die jeweiligen Chefärzte.

Erste Tagesklinik

In St.Gallen eröffnet die erste Psychiatrische Tagesklinik der KPD-SN. «Die ‹Behandlung ohne Bett› ist mehr als eine ‹Therapie light›, ist wirksam, alltagsorientiert und – kostengünstig» (aus dem Jahresbericht 2007 zum zehnjährigen Jubiläum).

Heimstätten werden selbstständig

Die Verordnung über die Organisation der Heimstätten Wil tritt per 1. Januar 1997 in Kraft. Das bedeutet die organisatorische und administrative Ablösung der Wohnheime.

Eintrag im Guinessbuch der Rekorde

Das längste Handtuch der Welt entsteht in den KPD-SN. Patientinnen und Patienten aller Altersstufen, Mitarbeitende aller Kaderstufen und viele Zugewandte bemalen Handtücher und nähen sie zu einem Handtuch mit einer Länge von einem Kilometer, 349 Metern und 60 Zentimetern zusammen

1998

Beratungsstelle für Angehörige

Erste Kurse und Tagungen für Angehörige werden organisiert, die Angehörigen erhalten eine Anlaufstelle für ihre Anliegen. Daraus entwickelte sich die schweizweit erste offizielle Beratungsstelle für Angehörige psychisch kranker Menschen.

Frühlings- und Herbstmärkte

Eine ähnliche «Karriere» wie der Adventsbazar machen die vom Gutsbetrieb und der Gärtnerei ins Leben gerufenen Frühlingsund Herbstmärkte – wie das Bild vom Frühlingsmarkt 2017 beweist.

1999

Pflegeheim Eggfeld

Das vormalige Gerontopsychiatrie-Haus 2 wird zum Pflegeheim für chronisch psychisch kranke und ältere Menschen. Es wird als Nebenbetrieb der Klinik geführt und ist der kantonalen Heimordnung unterstellt. Patientinnen und Patienten der Klinik, deren psychischer Krankheitszustand als stabil bezeichnet werden kann, sind die ersten Bewohnerinnen und Bewohner. Die psychiatrische Versorgung ist konsiliarisch durch Klinikärzte sichergestellt. Die Bettenzahl der KPD-SN liegt nun bei 230, bis heute unverändert.

2002

Eröffnung Tagesklinik Wil

Für eine tagesklinische Betreuung stehen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kinderhauses 20 Plätze zur Verfügung. Zwischenzeitlich diente es als Psychotherapiestation.

2004

Etablierung des Qualitätsmanagements

Im November können die KPD-SN als erste Psychiatrie in der Schweiz das EFQM-Zertifikat «Committed to Excellence» entgegennehmen. Im Jahr 2010 wird die zweite Stufe erreicht, das «Recognized for Excellence». EFQM ist die Abkürzung für European Foundation for Quality Management, die ihren Sitz in Brüssel hat. Sie bietet Organisationen Hilfestellung beim Aufbau und der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Managementsystemen.

2005

Psychiatrisches Zentrum Rorschach

Das Ambulatorium Rorschach zieht zusammen mit der neu eröffneten Tagesklinik in die Räumlichkeiten der «Villa Stürm». In der Tagesklinik ergänzt ein kunsttherapeutisches Atelier das Angebot.

2006

Umzug des Ambulatoriums

Das Ambulatorium Wil zieht auf das Areal der Klinik. Klinik, Tagesklinik und Ambulatorium sind nun alle auf dem Klinikareal untergebracht.

2007

Tag der offenen Tür in der neuen Gärtnerei

Der neue Klinikladen mit einem umfangreichen Sortiment aus Gärtnerei und Heimstätten, Büros, Aufenthaltsräume, Garderoben und Glasgewächshäuser sowie ein Vorbau für einen witterungsunabhängigen Aussenverkauf präsentieren sich den zahlreichen Besuchern. «Die neue Anlage sichert mit der hochwertigen Gestaltung wertvolle Arbeits- und Therapieplätze, die effektive und effiziente Arbeitsabläufe in einem therapeutisch wirksamen Umfeld ermöglichen» (aus der Eröffnungsrede). Die pünktlich zu diesem Festtag herausgegebene Chronik «Patienten, Bauern, Therapeuten» wird im bäuerlichen Dekor im Klinikladen vorgestellt. Das grosszügig bemessene Gewächshaus eignet sich gut für effektvolle Grossanlässe und Personalfeiern.

2008

Psychiatrisches Zentrum St.Gallen

In der «alten EMPA» wird die erste stationäre Krisenintervention im Kanton eröffnet. Die psychiatrische Tagesklinik St. Gallen richtet sich ebenfalls unter diesem Dach ein, zusammen mit einer zweiten, neu installierten psychotherapeutisch ausgerichteten Tagesklinik. Das Ambulatorium St. Gallen zieht ebenfalls mit ein.

Forschungs- und Weiterbildungszentrum

Das Haus 5 in Wil wird zum Herzstück für Bildung und praxisnahe Forschung, genannt Coeur (Center of Education& Research). Weiterbildungsanlässe zu aktuellen Themen für Interne und Externe und die Teilnahme an Forschungsprojekten sollen das Fachwissen stärken und die Attraktivität der KPD-SN als Arbeitgeberin steigern. Zudem wird die interne Fortund Weiterbildung neu unter dem Dach des Coeur geführt.

2009

Outsourcing die Wäscherei

Die Wäscherei befindet sich noch im ursprünglichen Gebäude von 1892 und müsste dringend saniert werden. Kostenvoranschlag: acht Millionen Franken. Neubau oder Outsourcing? Die Unternehmensleitung entscheidet sich für das Outsourcing. Es ist geplant, die grosszügigen Räumlichkeiten nach einer sanften Sanierung den Kreativateliers zu überlassen.

2010

Ateliers- Living Museum Wil

Alle Kreativateliers sind nun im alten Gebäude der Wäscherei beheimatet und erhalten einen neuen Namen: Ateliers-Living Museum. Stationären und ambulanten Patientinnen und Patienten stehen künstlerische Schwerpunkte in den Bereichen Medien, Keramik, Textil, Holz, Glas, Papier, Theater und Musik zur Verfügung. Im Jahr 2014 wird das Café Living Museum mit Sitzplätzen im Freien eröffnet: ein beliebter Treffpunkt für alle. Künstlerisches Schaffen im Freien gibt es in den Naturateliers, in einem Naturpark, in dem es auch Esel und andere Tiere gibt. Die Philosophie der Ateliers-Living Museum lehnt sich an das Living Museum New York an, wo Kunst und Heilung in Verbindung gebracht werden.

Neuorganisation der KPD-SN

Die chefärztliche Nachfolge geht mit Veränderungen in der Organisation einher. Neu gibt es drei Fachbereiche, die unter einer dualen Leitung stehen:

 

Dr. med. Thomas Maier (oberes Bild) wird Chefarzt der Akut- und Notfallpsychiatrie, Sucht- und Psychotherapie sowie der Psychiatriezentren, Leitung Pflege: Hans Jerratsch (unteres Bild)

Dr. med. Anna Gerig wird Stv. Chefärztin der Langzeitpsychiatrie und Forensik sowie der Ateliers – Living Museum, Leitung Pflege: Hans Peter Hug

PD Dr. Dr. med. et phil. Ulrich Hemmeter wird Chefarzt der Gerontopsychiatrie und des Coeur, Leitung Pflege: Loretta Giacopuzzi

2011

Neuer CEO

Markus Merz, seit 2010 Personalleiter der KPD-SN, wird als Nachfolger von Josef Fässler zum neuen CEO gewählt.

Psychiatrisches Zentrum Wattwil

Das Ambulatorium zieht zusammen mit der neu eröffneten Tagesklinik in die Räumlichkeiten der «Villa zur Hofstatt». In der Tagesklinik ergänzt ein kunsttherapeutisches Atelier das Angebot.

2012

Gemeinsamer Verwaltungsrat

Die beiden St. Galler Psychiatrien erhalten einen gemeinsamen Verwaltungsrat. Per 1. Januar 2012 werden die KPD-SN und die PDS zu zwei selbständigen öffentlich-rechtlichen Institutionen. Sie erhalten einen gemeinsamen Verwaltungsrat unter dem Präsidium von Regierungsrätin Heidi Hanselmann. Beim Antrittsbesuch in der Klinik Wil lernen sich Verwaltungsrat und Belegschaft bei einem Apéro kennen.

2014

Kantonale Kooperationsstrategie

Die KPD-SN und die PDS beschliessen, im Rahmen einer Kooperationsstrategie enger zusammenzuarbeiten. Ziel der Kooperation ist die optimale Nutzung von Synergien auf angebotsstrategischer wie auch auf organisatorischer Ebene.

2016

Wechsel im Verwaltungsrat

Dr. Fritz Forrer übernimmt das Präsidium von Regierungsrätin Heidi Hanselmann. Donat Ledergerber, Generalsekretär des Gesundheitsdepartements, wird in den Verwaltungsrat gewählt.

Neue Leitung Akutpsychiatrie und Forensik

Aufgrund der Pensionierung von Dr. med. Anna Gerig (2017) und Hans Peter Hug (2016) wird die Fachbereichsleitung neu gewählt:

Dr. med. Christiane Thomas-Hund, Chefärztin, Leitung Pflege: Loretta Giacopuzzi

Übergabe an die Ortsfeuerwehr

Die im zweiten Weltkrieg gegründete betriebseigene Feuerwehr wird nach zahlreichen Einsätzen und Übungen von der Ortsfeuerwehr abgelöst.

2017

Mobile Equipe

Als Dienstleistung der Ambulatorien ist die aufsuchende Pflege schon seit längerem bekannt. Neu wird in St. Gallen eine umfassende psychiatrische Behandlung zu Hause angeboten: die «Mobile Equipe». Zum Team der Mobilen Equipe gehören eine Ärztin und drei Pflegefachfrauen.

Neues Erscheinungsbild und neuer Name

Das Unternehmen erhält am 28. Juni 2017 – auf den Tag genau 125 Jahre nach der Eröffnung des Aysles Wyl – ein neues Erscheinungsbild und heisst neu an allen Standorten «Psychiatrie St.Gallen Nord». Auf der Grundlage einer neuen Markenstrategie wird die visuelle sowie die inhaltliche Kommunikation auf die Unternehmensstrategie ausgerichtet. Hauptziel ist die Steigerung des Bekanntheitsgrades und die Stärkung des Profils der Psychiatrie St.Gallen Nord. Die drei Geschäftseinheiten der Psychiatrie St.Gallen Nord heissen neu Erwachsenenpsychiatrie, Akutpsychiatrie und Forensik sowie Alters- und Neuropsychiatrie.

Die Geschäftsleitung lädt zum grossen Jubiläumsfest am 2. September in Wil ein

Von links nach rechts: Loretta Giacopuzzi, Peter Grob, Urs Burgstaller, Norbert Löhrer (Beisitz), Markus Merz, Dr. Christiane Thomas-Hund, Dr. Ulrich Hemmeter, Hans Jerratsch, Dr. Thomas Maier. Die moderne Psychiatrie sucht das Gespräch – mit den Betroffenen, mit Angehörigen, Fachleuten und allen, die zur Genesung psychisch kranker Menschen beitragen. Das Leitmotiv der Psychiatrie St.Gallen Nord ist deshalb auch das Leitmotiv des Jubiläumsfestes: Zeit zum Reden. Zum verbindenden Fest «auf Augenhöhe» sind alle Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und die gesamte Bevölkerung eingeladen. Ein unbeschwerter Tag mit Musik, Spektakel, feinem Essen und bereichernden Gesprächen. Einer der Höhepunkte ist die Vernissage der Ausstellung «TransUtopia» mit künstlerischen Visionen und historischen Kunstschätzen der Psychiatrie St.Gallen Nord. Um die Bedeutung der Aussenstandorte zu betonen und die lokale Bevölkerung miteinzubeziehen, finden im September und Oktober separate Festanlässe in St.Gallen, Rorschach und Wattwil statt.

2019

Kantonale Spezialangebote in Kooperation mit den PDS

Im Rahmen der «Angebotsstrategie PVSG 2020» entwickelten die Psychiatrie St.Gallen Nord gemeinsam mit den Psychiatrie-Diensten Süd (PDS) einheitliche Behandlungsstandards, die dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten an allen neun Standorten im Kanton nach den gleichen Kriterien versorgt werden und andererseits das Knowhow der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in beiden Unternehmen kantonsweit genutzt wird. Ab April 2019 rollten wir schrittweise zehn kantonale Spezialangebote unter dem Namen «Psychiatrie St.Gallen» aus. Dazu gehören die stationären Angebote «Stressbedingte Erkrankungen» (Wil) und «Persönlichkeits- und Traumafolgeerkrankungen» (Pfäfers) sowie die ambulanten Angebote «Schlafstörungen», «Psychoonkologische Begleitung», «Sprechstunde Sexuelle Orientierung, Genderdysphorie und Intersexualität», «Beratungsangebot für Menschen mit Übergewicht», «Gynäkopsychiatrie» und «Heilpädagogisch-psychiatrische Behandlung».

2019 (Juni)

Neuer CEO

Niklaus Baumgartner, zuvor stellvertretender CEO an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich (PUK), wird Nachfolger von Markus Merz.