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Siegerprojekt für Forensik-Station in Wil gekürt

09.12.2019, Neuigkeiten

Der Architekturwettbewerb für die neue Forensik-Station des kantonalen Kompetenzzentrums Forensik brachte das Bauvorhaben der Schmid Ziörjen Architekten aus Zürich als Sieger hervor. Geplanter Baubeginn ist im Sommer 2021.

Das Baudepartement des Kantons St.Gallen führte 2019 einen anonymen, einstufigen Architekturwettbewerb durch. Im Oktober 2019 zeichnete die Jury unter 70 eingegangenen Arbeiten das Projekt AILHA der Schmid Ziörjen Architekten aus Zürich mit dem 1. Preis aus. Die prämierten Projekte des Architekturwettbewerbs können vom 11. bis zum 21. Dezember 2019 in St.Gallen, im 3. Stock der Hauptpost, besichtigt werden. Der Baubeginn für die Forensik-Station ist für Sommer 2021 vorgesehen, der Bezug im Jahr 2023.

Forensik-Station konkret

Das zweigeschossige Gebäude der Forensik-Station auf dem Areal der Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil soll 16 Patienten- und drei Intensivbetten sowie Aufenthalts-, Therapie- und Beschäftigungsräume umfassen. Die Forensik-Station ist für die Polizei und die Sanitätsdienste gut zugänglich und an die zentralen Klinikeinrichtungen angebunden. Ausserdem entsteht ein Innenhof mit Sichtschutz. Das Siegerprojekt überzeugte durch seine gelungene Raumstruktur. Laut Jury hat das Siegerprojekt die Aufgabe mit einem Raumprogramm über zwei Geschosse betrieblich sehr gut gelöst.

Ausstellung der Wettbewerbs-Projekte

Die prämierten Projekte des Architekturwettbewerbs sind vom 11. bis zum 21. Dezember 2019 in St.Gallen, im 3. Stock der Hauptpost (Eingang Gutenbergstrasse), ausgestellt und öffentlich zugänglich. Wochentags ist die Ausstellung von 16 bis 19 Uhr und an den beiden Samstagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Jurybericht ist im Internet  abrufbar.

Situation der forensischen Behandlung heute

Heute fehlt im Kanton St. Gallen eine forensisch-psychiatrische Klinikstation für psychisch kranke Personen in Haft und im Massnahmenvollzug. Gemäss Christiane Thomas-Hund, Chefärztin des kantonalen Kompetenzzentrums Forensik und Mitglied der Geschäftsleitung der Psychiatrie St.Gallen Nord, müssen Betroffene im Gefängnis zu lange auf ihre Massnahme warten, sie müssen ausserkantonal untergebracht werden oder sie werden bei schwerer psychischer Krise doch in Kliniken eingewiesen, die allerdings im Einzelfall die Sicherheit nicht zufriedenstellend gewährleisten können. «Die Allgemeinpsychiatrie ist weder von der baulichen noch der personellen Ausstattung her für psychisch kranke Personen im Freiheitsentzug geeignet. Wir brauchen sichere Plätze, damit wir die notwendige fachkompetente Behandlung anbieten können, die im Kanton gebraucht wird», so Chefärztin Christiane Thomas. Wie die Chefärztin weiter ausführt, ist ihr Team zuständig für die Forensik im Massnahmenzentrum Bitzi in Mosnang und bietet gefängnispsychiatrische Versorgung in Haftanstalten an. «Damit leisten wir dort für psychisch kranke Personen psychiatrische Grundversorgung und bieten auch Massnahmenbehandlungen an, soweit dies möglich ist. Es gibt jedoch sehr schwer psychisch kranke Personen, die nur auf einer geeigneten forensisch-psychiatrischen Klinikstation sicher und fachgerecht behandelt werden können.»

Nachtragskredit nötig

Quelle: Medienmitteilung der Staatskanzlei des Kantons St.Gallen
Der Kantonsrat genehmigte 2018 12,9 Millionen Franken für die Forensik-Station. Nach damaligen Berechnungen entstünde für den Kanton nach Abzug des Bundesbeitrags von 3,8 Millionen Franken ein Kreditbedarf von 9,1 Millionen Franken. Bei der Ausarbeitung des Wettbewerbsprogramm hat sich gezeigt, dass das Betriebskonzept im Sicherheitsbereich angepasst werden muss. Die daraus resultierenden Mehrkosten werden mit der Konkretisierung des Siegerprojektes ausgearbeitet. Bei den zusätzlichen Kosten handelt es sich voraussichtlich um einen tiefen einstelligen Millionenbetrag. Der Kantonsrat soll 2020/2021 über den Nachtragskredit entscheiden.