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«Mein Wille geschehe» - Referat am Montag, 30.05. Wil

30.05.2022, Medienmitteilungen

Wo wir wohnen, welchen Beruf wir ausüben oder wofür wir Geld ausgeben, können wir als mündige Personen frei und unabhängig entscheiden. Doch wie sieht es mit der Entscheidungsfreiheit aus, wenn wir an einer psychischen Krankheit leiden? Thomas Maier, Ärztlicher Direktor der Psychiatrie St.Gallen Nord, geht in seinem Referat auf die Frage der Urteilsfähigkeit psychisch kranker Personen ein. Das «Referat am Montag» findet am 30. Mai 2022 in Wil statt.

Das Leben so gestalten, wie man will und seine eigenen Entscheidungen treffen – dafür muss man urteilsfähig sein. Als urteilsfähig gilt jede Person, die in der Lage ist, vernunftgemäss zu handeln. Psychische Krankheiten können die Urteilsfähigkeit beeinträchtigen. Menschen mit psychischen Krankheiten sind jedoch keineswegs automatisch urteilsunfähig. Umgekehrt können auch körperliche Krankheiten zur Urteilsunfähigkeit führen. Doch wann ist es soweit, dass wir nicht mehr selbst entscheiden können? Wer stellt das fest? Und wer übernimmt es dann, an unserer Stelle zu entscheiden?

Urteilsfähigkeit muss professionell abgeklärt werden

Wer beurteilt im Zweifelsfall, ob eine Person in der Lage ist, eine bestimmte Entscheidung zu treffen? Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde sind es vor allem Ärztinnen und Ärzte, denen diese Aufgabe zukommt. Im Falle von psychischen Krankheiten sind es in erster Linie Psychiaterinnen und Psychiater, die entscheiden, ob eine Personen für eine bestimmte Entscheidung noch urteilsfähig ist oder nicht. Sie unterstützen aber auch urteilsunfähige Personen und deren Angehörige dabei, trotz eingeschränkter Urteilsfähigkeit bei Entscheidungen mitzuwirken. Zu bestimmen, ob eine bestimmte Person in einer konkreten Situation urteilsfähig ist oder nicht, ist jedoch nicht ganz einfach. Es gibt keine exakten Kriterien oder Checklisten, um die Urteilsfähigkeit einer Person festzustellen. Vielmehr müssen Fachpersonen anhand einer umfassenden Untersuchung herausfinden, ob eine Person die Tragweite der Entscheidung verstehen und bewerten kann und in der Lage ist, daraus Handlungen abzuleiten.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung sichern ab

Um sich für eine Situation mit Einschränkung der Urteilsfähigkeit vorzubereiten, ist es möglich, einer nahestehenden Person einen Vorsorgeauftrag zu erteilen oder eine Patientenverfügung zu verfassen. Beide Instrumente erlauben es, vorausschauend Entscheidungsbefugnisse für den Fall von Urteilsunfähigkeit festzulegen. Sie müssen von den betroffenen Personen aber im Voraus erstellt und hinterlegt werden.

Thomas Maier erläutert in seinem Referat anhand von Beispielen die Abläufe im Fall von ganz oder teilweise aufgehobener Urteilsfähigkeit. Er stellt auch die beiden Instrumente Vorsorgeauftrag und Patientenverfüng vor, ausserdem geht er gerne auf Fragen aus dem Publikum ein.

Einmalige Durchführung, Referat auch online

Das Referat am Montag von Thomas Maier findet einmalig statt – am 30. Mai 2022 von 19.30 bis 21.00 Uhr in Wil (im Hörsaal, Haus C03 der Psychiatrie St.Gallen Nord). Für Veranstaltungen der Psychiatrie St.Gallen Nord besteht eine Maskenempfehlung. Die Teilnahme ist unentgeltlich und ohne Anmeldung möglich. Das Referat von Thomas Maier wird aufgezeichnet und steht anschliessend online unter www.psgn.ch zur Verfügung.

«Referat am Montag» – Fokus psychische Gesundheit

Achtmal pro Jahr bietet die Psychiatrie St.Gallen Nord aktuelle Informationen, Erklärungen und Wissenswertes zu psychiatrischen Themen aus erster Hand. Von Fachpersonen für die Öffentlichkeit – für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Die «Referate am Montag» finden jeweils von 19.30 - 21.00 Uhr statt – in St.Gallen im Bahnhofgebäude (Bahnhofplatz 2, 1. Stock, Zimmer 122) und in Wil in der Psychiatrie St.Gallen Nord (Hörsaal, Haus C03). Das nächste Referat findet nach der Sommerpause im August 2022 statt. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Website unter www.psgn.ch.

Nähere Infos / Kursprogramm: Edith Scherer und Susanna Rodi-Giger, Angehörigenberatung, Psychiatrie St.Gallen Nord, Tel 058 178 13 00