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Rückblick Fachveranstaltungen April-September 19

Personen des psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachgebiets wie auch den eigenen Mitarbeitenden bieten wir seit Jahren inspirierende Fachveranstaltungen. Rückblick auf eine Auswahl von Fachveranstaltungen von April bis September 2019... Bitte scrollen!

Donnerstags-Weiterbildung «Psychodynamische Psychotherapie bei Narzisstischen Persönlichkeitsstörungen», 27. Juni

Donnerstags-Weiterbildung

Der Vortrag von PD Dr. phil. Bernhard Grimmer war mit 50 Zuhörern an diesem heissen Sommertag sehr gut besucht. Der Referent sprach in seinem Vortrag zunächst über Diagnose und Persönlichkeitsorganisation bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen und stellte anschliessend ausführlich die Übertragungsfokussierte Therapie (TFP) vor.

 Fragiles Selbstwertgefühl, niedrige Frustrationstoleranz

Grimmer grenzte zunächst den «gesunden» vom «gestörten» Narzissmus ab. Da bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ein fragiles Selbstwertgefühl auf eine niedrige Frustrationstoleranz trifft und diese Patienten selbst keinen guten Zugang zu ihrer inneren Welt haben, ist die Therapie von stark narzisstisch gestörten Persönlichkeiten sehr anspruchsvoll. Die im klinischen Alltag auffälligeren, weil sichtbareren Fälle, stellen die des Typus des «grandiosen Narzissten» dar, es gibt jedoch auch «vulnerable Narzissten», deren Störung oft hinter depressiven Symptomen verborgen bleibt und daher meist spät erkannt wird. Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung zeigen sich so genannte primitive Abwehrmechanismen wie Spaltung und Projektion, die auch in der therapeutischen Beziehung direkt sichtbar werden.

Therapie «im Hier und Jetzt»

Die Behandlung hat die Integration des Selbstkonzepts zum Ziel. Im Gegensatz zur klassischen psychoanalytischen Therapie konzentriert der übertragungsfokussierte Ansatz vollständig auf die Arbeit «im Hier und Jetzt». Dazu werden Alltagsbeziehungen sowie die unmittelbar stattfindende therapeutische Beziehung gemeinsam mit dem Patienten betrachtet und reflektiert. Die Patienten können anhand von Rückmeldungen zu ihrem unmittelbaren Verhalten in der Therapiesituation lernen, Projektionen von realen Beziehungen zu unterscheiden. Die Beziehung zwischen narzisstischem Patient und Therapeut ist dabei allerdings oft von einer Dynamik bestimmt, die sich vor allem aus der narzisstischen Persönlichkeitsorganisation der Patienten ergibt: Ratschläge und Rückmeldungen können nicht angenommen werden, Patienten sprechen nicht frei und vertrauensvoll, sondern versuchen, das Gespräch zu kontrollieren, Patienten hören nicht gut zu und können deshalb nichts wirklich an sich heranlassen.

Videogestützte Supervision

Bernhard Grimmer betont deshalb die Wichtigkeit einer sorgfältigen Diagnostik, der gründlichen Rahmendefinition sowie des Therapievertrags insgesamt: Die Diagnose wird dem Patienten genau erklärt, zu erwartende Probleme vorab angesprochen. Die Gegenübertragung des Therapeuten spielt dabei sowohl für die Diagnose als auch für die Therapie eine entscheidende Rolle. Da die Behandlung auch für Therapeuten sehr anspruchsvoll ist, hilft eine videogestützte Supervision den Therapeuten beim Verstehen der Dynamik zwischen Patient und Therapeut. Bevor die Fragerunde eröffnet wurde, ging Grimmer noch auf das wichtige Thema Suizidalität bei narzisstischen Patienten ein. In der Diskussion wurden die Vor- und Nachteile des stationären vs. ambulanten Behandlungssettings ebenso diskutiert wie die Bedeutung der Psychoedukation und der Festlegung der Rahmendefinition der Therapie.

PD Dr. phil. Bernhard Grimmer ist seit 2008 in der Psychiatrie Thurgau AG in Münsterlingen tätig, zunächst als Therapeutischer Leiter der Station für Adoleszentenpsychiatrie und -psychotherapie und ab April 2015 als Leitender Psychologe und Therapeutischer Bereichsleiter Psychotherapie.

Wiler Tagung zur Komplementärmedizin, 13. & 14. Mai

Komplementärmedizin

 

Am 13. und 14. Mai 2019 referierten Prof. Dr. Dr. Harald Walach, PD Dr. Dr. Ulrich Hemmeter, Annegret Schlaeppi und weitere Experten über aktuelle Themen der Komplementärmedizin. Interessierte können sich anhand von Videos ein Bild von der Veranstaltung machen.

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Donnerstags-Weiterbildung «Sex, drugs & schizophrenia», 9. Mai

Donnerstags-Weiterbildung

Scheitert die Therapie von Schizophreniepatienten häufig daran, dass in Folge der Behandlung mit Antipsychotika deren Sexualität und damit auch ein Grossteil ihrer Lebensqualität auf der Strecke bleiben? Dieser Frage ging Prof Dr. Tillmann Krüger in seinem Referat «Sex, drugs & schizophrenia» nach. Fast 50 Interessenten aus Psychiatrie, Psychologie, Pflege und anderen Berufsgruppen kamen am Donnerstag, 9. Mai im Hörsaal zusammen. In seiner Einführung zeigte der Referent neurobiologische Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sexualität, Drogenkonsum und Schizophrenie auf.

Lebensqualität im Fokus

Krüger stellte die Lebensqualität in den Fokus seines Behandlungsansatzes bei Schizophreniepatienten. Neben der physischen und der psychischen Komponente spielt für ihn auch die soziale Komponente, zu der auch das Thema Sexualität gehört, eine grosse Rolle für ein erfülltes Leben. Dieser Aspekt käme jedoch in der Behandlung oft zu kurz, teils weil die Patienten das Thema nicht von sich aus zur Sprache bringen, aber auch, weil Ärzte zu wenig aktiv nach dieser Facette der menschlichen Gesundheit fragen. Ausserdem brachte er einige Fallbeispiele vor und erläuterte die Wirksamkeit sowie Vor- und Nachteile bestimmter Antipsychotika unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkung auf die Sexualität der Patienten. Menschen, die an einer Schizophrenie leiden, haben grundsätzlich ein ähnlich hohes Interesse an Sex, jedoch teilweise weniger Verlangen und auch weniger Aktivität als Gleichaltrige.

Der Anteil von Recovery-Raten ist mit unter 20% bescheiden, Rückfälle sind häufig. Diese Befunde stehen nicht zuletzt in Zusammenhang mit einer geringen Adhärenz bei der Behandlung mit Antipsychotika. Diese wiederum hängt häufig mit der Verträglichkeit der verschiedenen Präparate und einer damit verbunden eingeschränkten Lebensqualität zusammen.

Prof. Dr. Tillmann Krüger ist geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover und Leiter des Arbeitsbereiches für Klinische Psychologie und Sexualmedizin.

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Dieses Bild zeigt ein Foto von Marion Grunauer
Marion Grunauer
Marketingplanerin FA, Online- und PR-Redakteurin

Stv. Leiterin Kommunikation