Menu
Logo Psychiatrie St.Gallen Nord - Zur Startseite

Hauptinhaltsbereich

Rückblick Fachveranstaltungen Sept-Dez 18

Rückblick auf eine Auswahl von Fachveranstaltungen von September bis Dezember 2018... Bitte scrollen!

18. Säntis Psychiatrie Tagung 2018, 8. November

Säntis-Psychiatrie-Tagung

«Wir werden alle älter – manche mit einer psychischen Erkrankung.»

Geschätzte 320 Besucherinnen und Besucher – Angehörige, Fachpersonen und Betroffene – setzten sich an der diesjährigen Säntis-Psychiatrie-Tagung einen Tag lang mit dem Thema Älterwerden auseinander. Erneut erhielten wir jede Menge positiver Feedbacks. Die Tagung wurde rundum sehr geschätzt und war ein voller Erfolg.

Charta-Unterzeichnung, 7. November

Charta

Charta-Unterzeichnung, «Anspruchsvolle Situationen – gemeinsam kompetent bewältigen»

Die Psychiatrie St.Gallen Nord, die Psychiatrie-Dienste Süd, INSOS SG-AI sowie die Ämter für Soziales und Gesundheitsversorgung des Kantons St.Gallen haben die Charta zur Sicherstellung der Betreuung und Behandlung von Menschen mit einer Beeinträchtigung in anspruchsvollen Situationen unterzeichnet.

Anspruchsvolle Situationen lösen Betreuungs- und/oder Behandlungsanforderungen aus, die mit der Regelbetreuung der Institutionen für Menschen mit Behinderung bzw. der Regelbehandlung der Psychiatrie nicht ausreichend bewältigt werden können.

Die genannten Institutionen, die Psychiatrie St.Gallen Nord und die Psychiatrie-Dienste Süd verpflichten sich zur in der Charta definierten Grundhaltung und zu Aufgaben und Rollen bezüglich der Zusammenarbeit in anspruchsvollen Situationen. Zu dieser Grundhaltung gehört unter anderem, dass das Wohl des einzelnen Menschen mit einer Beeinträchtigung bei allen Interventionen im Mittelpunkt steht.

«Die Psychiatrie St.Gallen Nord verpflichtet sich, diese Menschen in enger Kooperation mit den Institutionen stationär zu behandeln und unterstützt die Institutionen auch vor Ort bei der Betreuung.»

Die Vorstellung und Unterzeichnung der Charta im Hörsaal der Psychiatrie St.Gallen Nord war eingebettet in eine fachliche Veranstaltung, in der ein Fallbeispiel thematisiert wurde.

Folgende Vertreterin und Vertreter haben unterzeichnet bzw. ihre Institutionen haben sich verpflichtet, die vorgegebene Grundhaltung sowie die zugewiesenen Aufgaben und Rollen einzuhalten:

  • Jean-Luc Villing, INSOS SG-AI
  • Hans Jerratsch, Psychiatrie St.Gallen Nord
  • Karlheinz Pracher, Psychiatrie-Dienste Süd
  • Christina Manser, Amt für Soziales Kanton St.Gallen
  • Roland Unternährer, Amt für Gesundheitsversorgung Kanton St.Gallen

Nachgespräche zum Stück «Versetzung», 23. Oktober und 21. November

Theater SG

An zwei Abenden stellte sich Chefarzt PD Dr. Thomas Maier im Nachgespräch zum Stück «Versetzung» zur Verfügung, die Erkrankung «Manische Depression» zu erläutern und Fragen des Publikums zu beantworten. Die Inszenierung des Theaters St.Gallen in der Lokremise St.Gallen fand grossen Anklang, die Aufführungen waren entsprechend ausverkauft. Insbesondere die Nachgespräche stiessen auf reges Interesse.

«Über die Grenze» 12. Kongress des DTPPP, 20. - 22. September

DTPPP

Kaum ein Thema ist in der europäischen Politik derzeit so prominent wie die Migration. Rund 120 Fachpersonen des Dachverbands der transkulturellen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im deutschsprachigen Raum (DTPPP) nutzten am 12. Kongress der DTPPP die Möglichkeit des Austauschs in den Räumlichkeiten der Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil.

Die Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten während drei Tagen über Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung von Menschen aus anderen Kulturen. Kaum ein Thema ist in der europäischen Politik derzeit so prominent und so virulent, wie die Migration. Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und zahlreichen anderen Ländern Asiens, Afrikas und des Nahen Ostens strömen nach Europa. Sie bringen Aufnahmegesellschaften, darunter vor allem deren Sozial-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Ein grosser Teil der Geflüchteten leidet unter psychischen Folgen von Krieg, Vertreibung und Flucht. Viele erscheinen früher oder später mit verschiedenen Beschwerden und Krankheitsbildern in Institutionen des Gesundheitswesens.

Psychiatrie und Psychotherapie in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind täglich mit Patienten aus fremden Ländern konfrontiert. Sprachbarrieren, aber auch unterschiedliche Arten sich auszudrücken, über Probleme zu sprechen und auf Behandlungen zu reagieren sind typische Situationen, denen Fachpersonen aus Medizin, Psychologie, Pflege und Sozialarbeit sehr oft begegnen.

«Wie kann man Menschen aus fremden Kulturen verstehen? Wie kann man ihnen helfen? Welche Art von Behandlung ist für sie am besten geeignet?»

Rund 35 Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Niederlande präsentierten ihre Beiträge in Referaten oder Workshops und vermittelten den Teilnehmenden neue Erkenntnisse aus Psychiatrie und Psychotherapie. Die Beiträge am Kongress zeigten auf, mit welch vielfältigen Methoden heute Menschen aus anderen Kulturen und mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern behandelt werden können. Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse wurden ausgetauscht. Ebenso nutzten die Teilnehmenden die Möglichkeiten zum informellen Austausch und zum persönlichen Kennenlernen.

Auch bei der Psychiatrie St.Gallen Nord hat die Versorgung von Migrantinnen und Migranten mit psychischen Problemen eine grosse Bedeutung. Seit 2012 verfügen wir über ein Behandlungskonzept für Migrantinnen und Migranten, das als zentraler Grundsatz den äquivalenten Zugang zu allen Behandlungsangeboten garantiert, egal aus welchem Land ein Patient stammt und welche Sprache er oder sie spricht. Wir arbeiten standardmässig mit professionellen Dolmetschenden, um die Verständigung sicherzustellen und engagieren uns seit Jahren auch in der Weiterbildung von Dolmetschenden.

Dass auch der kantonale Sicherheits- und Justizdirektor, Regierungsrat Fredy Fässler, am Kongress teilnahm, unterstrich die grosse Bedeutung, die dem Thema der transkulturellen Psychiatrie auch in der Politik beigemessen wird.

Referat Prof. Dr. Giovanni Maio, 20. September

Referat Maio
«Ethische Herausforderungen in Medizin und Ökonomie»

In seinem Vortrag im Rahmen einer Donnerstags-Weiterbildung beleuchtete Prof. Dr. Giovanni Maio die Industrialisierung der Medizin und das damit einhergehende Dilemma für das medizinische Fachpersonal.

Prof. Dr. Giovanni Maio ist einer der renommiertesten Medizinethiker unserer Zeit. Er ist Professor für Bio- und Medizinethik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und leitet das dortige interdisziplinäre Ethikzentrum.

Aus ärztlicher Sicht ist das Wohl des Patienten «nicht verhandelbar». Heutzutage jedoch wird die Medizin durchökonomisiert. Die Industrialisierung der Denkweise in sozialen Institutionen verändert auch die Psychiatrie und ihre Einrichtungen zunehmend. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte der Referent fünf Werte, die eine zentrale Rolle für die Medizin im Allgemeinen und die Psychiatrie im Besonderen spielen: Sorgfalt, Geduld, Mut, Reflexivität und Ganzheitlichkeit.

«Psychiatrie lebt von der geglückten Interaktion.»

In der Psychiatrie, so Maio, geht es nicht um Schnelligkeit, sondern darum, sorgfältig zuzuhören und sich für jeden Patienten die nötige Zeit zu nehmen. Ärztinnen und Pfleger müssen aber den Mut haben, sich diese Zeit zu nehmen, da der Wert der Geduld sich mit dem Effizienzgedanken in modernen Einrichtungen oft schwer vereinbaren lässt. Ebenso darf dabei die Selbstreflexion nicht vergessen werden. Jeder Fall muss ganzheitlich und aus mehreren Perspektiven betrachtet und auf seine Vielschichtigkeit hin untersucht werden.

«Nicht alles Sinnvolle ist auch messbar.»

Das Effizienzdenken, das die Psychiatrie und die Medizin im Allgemeinen infiltriert hat, führt zu einem ökonomischen Tribunal, das weitgehend über das medizinische Vorgehen entscheidet. Es ist aber nicht der Ökonom, der die nötige Fachkenntnis für die Behandlung besitzt, sondern der Arzt. Und dieser fragt sich nicht, ob es sich lohnt zu helfen, sondern wie er helfen kann. Ein soziales System wie eine Psychiatrie oder ein Krankenhaus kann nicht nur über schwarze oder rote Zahlen definiert werden. Maio erinnerte daran, dass Ärzte und Pflegefachpersonal «professionelle Helfer» sind, keine «Verkäufer von Dienstleistungen». Die Leistungen der Psychiatrie hinsichtlich der Behandlung sind besonders schwer messbar. Diese unterschiedlichen Sichtweisen können zu Spannungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber führen.

In der anschliessenden Diskussion wurde die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Dialogs zwischen Arbeitgebern und medizinischem Personal bekräftigt.

Demenz – Leben jetzt, 13. September

Demenz

An der vom Netzwerk Demenz St.Gallen organisierten Veranstaltung im Pfalzkeller St.Gallen standen die Betroffenen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt. Dr. med. Antje Schatton, Leiterin ambulante Alters- und Neuropsychiatrie St.Gallen, vertrat die Psychiatrie St.Gallen Nord mit einem Einführungsreferat.

Antje Schatton erklärte in ihrer fachlichen Einführung Demenzarten und -häufigkeiten, erste Symptome verschiedenster Ausprägung, Möglichkeiten zur Diagnosestellung, zur Krankheitsbewältigung und vor allem Aspekte zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Im Anschluss berichteten einzelne junge demenzbetroffene Menschen aus ihrem Leben mit den Schwierigkeiten der Erkrankung, aber auch von der Lebensintensität in den Beziehungen. Beeindruckend, wie diese Menschen Mut fassten, ihre Erfahrungen in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Mitglieder der Gesprächsgruppe MOSAIK, junge Demenzbetroffene, erhielten denn auch den Fokuspreis dafür, dass sie sich zeigen und über die Krankheit sprechen.

Mit einer gemeinsamen Trommelrunde klang das Programm langsam aus.

Es bestand danach die Möglichkeit zum Austausch an den Ständen der Beteiligten wie den Memory Clinicen, der Geriatrischen Klinik und des KSSG, den Spitex-Verbänden, den Altersheimen, dem Amt für Gesellschaftsfragen der Stadt und auch der Psychiatrie St.Gallen Nord.

Kontakt Newsletter

Kontakt

Ansprechpersonen zu diesem Thema

Dieses Bild zeigt ein Foto von Marion Grunauer
Marion Grunauer
Marketingplanerin FA, Online- und PR-Redakteurin

Stv. Leiterin Kommunikation