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Abschluss der Arbeit des Krisenstabs

Wir wollten von Urs Braun, Leitender Psychologe und Leiter des Krisenstabs Coronavirus PSGN zum Abschluss der Arbeit des Krisenstabs wissen, welches Fazit gezogen werden kann, wie die PSGN die Krise bisher gemeistert hat und womit wir in Zukunft rechnen müssen:

Der Krisenstab Coronavirus der PSGN wurde am 2. März 2020 erstmals einberufen. Welches Fazit ziehen Sie heute nach über 40 Sitzungen des Krisenstabs? Sind Sie zufrieden mit der Arbeit des Krisenstabs? Hat die PSGN die Krise bisher erfolgreich gemeistert?

Urs Braun: Obwohl die Pandemie noch nicht vorbei ist, hatte der Krisenstab am Montag seine vorerst letzte Sitzung. Auch aus diesem Grund möchte ich mich zuerst bei allen Mitarbeitenden bedanken. Sie mussten in den letzten vier Monaten manchmal auch sehr kurzfristig kommunizierte Änderungen oder Veränderungen von Vorgaben und Richtlinien umsetzen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Mir ist bewusst, dass dies zusätzliche Arbeit und Belastungen verursacht hat und nur möglich war, weil überall mitgedacht wurde und die Mitarbeitenden bereit waren, diesen Mehraufwand zu leisten. Nebst allen im Krisenstab vertretenen Berufsgruppen denke ich da auch an das Personal der Abteilung Betrieb und Infrastruktur, welches – wie immer im Hintergrund – mit viel Aufwand die hohen Anforderungen an die Hygiene umgesetzt hat.

Während meiner Arbeit als Leiter des Krisenstabs konnte ich feststellen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftseinheiten und den Berufsgruppen gut funktionierte und überall helfende Hände da waren, um anstehende Probleme zu lösen. Die Hygienegruppe war extrem gefordert. Sie arbeitete intensiv mit anderen Stellen im Unternehmen zusammen, unterhielt eine Hotline und trug mit ihren Anweisungen zu unserer Sicherheit bei. Die IT stellte unbürokratisch und rasch Lösungen bereit, damit Therapien über Video angeboten werden konnten. Meine Aufzählung ist unvollständig, darum nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeitenden der PSGN.

Um von den Mitarbeitenden zu erfahren, wie die Arbeit des Krisenstabs erlebt wurde, planen wir eine kurze Befragung nach den Sommerferien. Die Ergebnisse werden uns wichtige Informationen liefern, um bei künftigen Einsätzen des PSGN-Krisenstabs noch besser gerüstet zu sein.

Da die Gefahr durch das Coronavirus leider noch nicht vorbei ist, wird der Krisenstab Coronavirus PSGN ab Mitte Juli durch eine Corona Taskforce abgelöst. Diese Taskforce wird bei Verdachtsfällen oder positiv getesteten Personen aktiv. Sie übernimmt dann im Auftrag der GL die Organisation der notwendigen Massnahmen oder empfiehlt der GL die Wiedereinsetzung des Krisenstabs.

Der Bundesrat hat per Ende Juni praktisch sämtliche Einschränkungen aufgehoben – mit Ausnahme der Hygiene- und Distanzregeln. Wie sehen Sie die aktuelle Situation? Ist das Gröbste überstanden? Wie stehen Sie zur SwissCovid App des BAG?

Urs Braun: Wir sind jetzt in einer sehr labilen Phase. Nur durch einen weiterhin umsichtigen Umgang mit allen Gefahren, können wir die beginnende zweite Welle klein halten. Unser Gesundheitswesen ist heute sicher besser vorbereitet als bei der ersten Welle. Trotzdem sollten wir durch das konsequente Einhalten der Hygieneregeln versuchen, den Anstieg der Ansteckungen klein zu halten und durch die Verwendung der SwissCovid App die Nachverfolgung von möglichen Ansteckungen zu erleichtern.

Was die SwissCovid App betrifft, möchte ich noch auf einen Punkt aufmerksam machen: Mitarbeitende, die im Rahmen ihrer Tätigkeit die Distanz von 1,5 Metern häufig unterschreiten und sich demzufolge mit einer Maske schützen, sollten die App während ihrer Arbeitszeit deaktivieren, um Fehlalarme zu reduzieren.

Wie bereits erwähnt, bleiben Hygiene- und Distanzregeln zentral. Solange kein Impfstoff vorhanden ist, besteht das Risiko von lokalen Herden. Es ist deshalb möglich, dass Quarantänemassnahmen verordnet werden, die den Betrieb von Stationen oder anderen Angeboten massiv beeinträchtigen könnten. In solchen Momenten würde dann die Corona Taskforce der PSGN die Planung und Umsetzung der notwendigen Massnahmen übernehmen.

Was nehmen Sie persönlich aus der bisherigen Arbeit im Corona-Krisenstab mit? Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights der letzten vier Monate – negativ wie positiv?

Urs Braun: Aus verschiedenen Gründen wurden wir und unsere Vorbereitungen nicht wirklich geprüft; kein positiver Fall führte zu einer Ausbreitung. Dies ist möglicherweise auf die gute Einhaltung der Hygienemassnamen zurückzuführen, zu einem anderen Teil aber auch einfach auf Glück. Positiv in Erinnerung bleiben für mich, wie wir uns unter Druck als gesamte Institution organisiert haben und wie wir im Krisenstabe rasch eine Zusammenarbeit über Bereiche und Berufsgruppen hinweg gefunden haben, die zu einer produktiven und lösungsorientierten Arbeit des Gremiums geführt haben.

Als Leiter des Krisenstabs haben Sie sich intensiv mit der Corona-Pandemie beschäftigt. Welche Botschaft möchten Sie den Mitarbeitenden der PSGN für die zweite Jahreshälfte 2020 mit auf den Weg geben?

Urs Braun: An meiner eigenen Person erlebe ich zeitweise, dass mich die dauernden, coronabedingten Einschränkungen und Regeln ebenfalls nerven. In solchen Momenten versuche ich mich daran zu erinnern, welches Ziel ich mir für diese intensive Zeit gesetzt habe. Ich möchte in zehn Monaten rückblickend sagen können, dass wir auf Basis der verfügbaren Informationen stets die beste Lösung zum Schutz der Patienten und Mitarbeitenden der PSGN angestrebt haben.

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Dieses Bild zeigt ein Foto von Marion Grunauer
Marion Grunauer
Marketingplanerin FA, Online- und PR-Redakteurin

Stv. Leiterin Kommunikation