Menu
Logo Psychiatrie St.Gallen Nord - Zur Startseite

Hauptinhaltsbereich

Rückblick Fachveranstaltungen April 20

Personen des psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachgebiets wie auch den eigenen Mitarbeitenden bieten wir seit Jahren inspirierende Fachveranstaltungen. Rückblick auf eine Auswahl von Fachveranstaltungen von November bis Dezember 2019... Bitte scrollen!

Kulturpreisverleihung der Stadt Wil an Rose Ehemann, 28. November

Kulturpreis Stadt Wil

​Am Donnerstagabend, 28. November, durfte Rose Ehemann den Anerkennungspreis der Stadt Wil entgegennehmen. ​Rund 300 Gäste fanden sich zur diesjährigen Kulturpreisverleihung in der Tonhalle Wil ein.

Seit 17 Jahren engagiert sich Rose Ehemann mit Herzblut für die Ateliers – Living Museum in Wil. Von der positiven Wirkung der Kunst- und Gestaltungstherapien überzeugt, setzt sie sich unermüdlich dafür ein, dass sich psychisch kranke Menschen in den Ateliers kreativ entfalten können. Auch ermöglicht sie den Künstlern, die dabei entstehenden Kunstwerke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese Ausstellungen und Projekte sind besondere Bereicherungen für das kulturelle Leben in Wil. Rose Ehemann wurde deshalb am Donnerstagabend, 28. November, mit dem Anerkennungspreis der Stadt Wil ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Marianne Rapp Ohmann, Geschäftsführerin des Auktions- und Kunsthauses Rapp in Wil. Nach den lobenden Worten durfte Rose unter dem Beifall von rund 300 Gästen ihren Preis entgegennehmen. An der Preisverleihung nahmen ebenfalls einige Mitglieder der Geschäftsleitung teil. Am anschliessenden Apéro gratulierten sie der Preisträgerin persönlich zu ihrem Erfolg.

Neben Rose Ehemann erhielt auch die Historikerin Magdalen Bless einen Anerkennungspreis. Die Förderpreise gingen dieses Jahr an die Altstadtvereinigung Wil sowie an den bildenden Künstler Sebastian Stadler, der infolge Krankheit allerdings nicht an der Verleihung teilnehmen konnte. Das Atelierstipendium Bick im Tessin erhielt die schreibende Künstlerin Jeannette Loosli Gassama. Für musikalische Umrahmung sorgten die stimmungsvollen Songs der Living Session Band.

Donnerstags-Weiterbildung «Fürsorgerische Unterbringung, Behandlung ohne Zustimmung, Massnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit – Ein Update», 14. November

Donnerstags-Weiterbildung

Kein Stuhl blieb beim Vortrag von Chefarzt Thomas Maier frei: Das Thema «Fürsorgerische Unterbringung, Behandlung ohne Zustimmung, Massnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit – Ein Update» stiess bei den eigenen Mitarbeitenden auf grosses Interesse.

Seitdem es die institutionelle Psychiatrie gibt, ist sie eng mit dem Thema «Zwang» verbunden. Das Bild der Psychiatrie in der Öffentlichkeit ist nach wie vor mit dem Bild der «Zwangsjacke» verknüpft. Die Anwendung von Zwang lässt sich jedoch schwer mit dem heutigen Selbstbild der Psychiatrie und der angestrebten Entstigmatisierung in Einklang bringen: Als «moderne Psychiatrie» gilt eine Psychiatrie mit wenig oder sogar ohne Zwang.

In der Psychiatrie St.Gallen Nord werden heute alle Stationen der Erwachsenenpsychiatrie offen geführt. Selbst auf den beiden Akutstationen sind nur zwei Teilbereiche potenziell geschlossen. Ausser auf den beiden Akut-/Aufnahmestationen werden überall grundsätzlich keine ehemals so genannten «Zwangsmassnahmen» (Isolation, Fixation, Behandlung ohne Zustimmung) angewendet. Gerontopsychiatrie (v.a. bei der Behandlung von Demenz) und Forensik haben andere Voraussetzungen.

«Zwangsmassnahmen» gibt es nicht

Der Begriff «Zwangsmassnahmen» kommt im Zivilgesetz (ZGB) nicht vor und sollte deshalb auch in der Psychiatrie nicht mehr verwendet werden. Es gibt im ZGB drei verschiedene rechtliche Instrumente, die eine Behandlung ohne die Zustimmung der Patienten ermöglichen. Thomas Maier zeigte die rechtliche Situation und Praxis auf. All diese Massnahmen gründen auf dem Zivilgesetzbuch unter der Rubrik «Erwachsenenschutz». Die drei verschiedenen Arten von Massnahmen sind:

  1. Fürsorgerische Unterbringung (FU) (Art. 426 + Art. 427-433)
  2. Massnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit (Art. 383-385 und 438)
  3. Behandlung ohne Zustimmung (Art. 434)

Die FU benennt u.a. spezifisch das Vorliegen einer psychischen Störung als Grund für eine Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung. Im Zusammenhang mit der FU verwies Thomas Maier einerseits auf das Recht des Patienten, eine Vertrauensperson zu benennen, andererseits auf die Verpflichtung der Behandler einen schriftlichen Behandlungsplan zu erstellen und ein Austrittsgespräch durchzuführen und zu dokumentieren.

Unter «Massnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit» fallen unter anderem Bettgitter oder geschlossene Zimmer, nicht aber der Aufenthalt auf einer geschlossenen Abteilung oder eingeschränkter Ausgang. Die Gründe für die Anwendung solcher Massnahmen sind Gefahr für das Leben oder die körperliche Integrität der betroffenen Person oder Dritter oder eine schwerwiegende Störung des Gemeinschaftslebens.

Medikamentöse Behandlung gegen den Willen des Patienten fällt unter die Rubrik «Behandlung ohne Zustimmung». Auch ohne Zustimmung der Patienten zum Behandlungsplan kann der Chefarzt der Abteilung die vorgeschlagenen Massnahmen schriftlich anordnen, wenn eine Person urteilsunfähig ist oder ernsthafter gesundheitlicher Schaden für die betroffene Person oder Dritte droht. Jede medizinische Massnahme, die ohne Zustimmung des Patienten durchgeführt wird, ist rechtswidrig, ausser, sie wird durch Art. 434 verfügt oder notfallmässig durch Art. 435.

Thomas Maier machte immer wieder deutlich, in welchem Spannungsfeld sich Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzte bewegen. Die Möglichkeit zur Anwendung bestimmter Massnahmen hat die Psychiatrie anfällig gemacht, als Instanz der gesellschaftlichen Kontrolle instrumentalisiert zu werden. Nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, dass die Behandlungsdokumentation sich immer auf die Rechtstitel bezieht und alle Massnahmen sauber begründet und dokumentiert werden müssen.

PD Dr. Thomas Maier ist seit 2010 Chefarzt der Erwachsenenpsychiatrie der Psychiatrie St.Gallen Nord.

Säntis-Psychiatrie-Tagung 2019 – ein voller Erfolg, 7. November

Säntis-Psychiatrie-Tagung 2019

Am Donnerstag, 7. November, stand an der Säntis-Psychiatrie-Tagung der Psychiatrie St.Gallen Nord die schwierige Frage im Zentrum, was Würde im Kontext von psychischer Gesundheit bedeutet. Rund 300 Betroffene, Angehörige, Fachleute sowie weitere Interessierte trafen sich zur öffentlichen Tagung in der Eventhalle.

Mehr erfahren

Kontakt Newsletter

Kontakt

Ansprechpersonen zu diesem Thema

Dieses Bild zeigt ein Foto von Marion Grunauer
Marion Grunauer
Marketingplanerin FA, Online- und PR-Redakteurin

Stv. Leiterin Kommunikation