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Licht – bedeutend für Stimmung, Hirn- und Körperfunktionen

06.11.2017, Dialog

Licht steigert die innere Aktivierung, verbessert die Stimmung und Hirnleistungen, wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis, die Fähigkeit zu planen und Ziele zu erreichen. Licht ist zudem der wichtigste Zeitgeber und informiert Körperfunktionen über Tag und Nacht. Die korrekt eingestellte Innere Uhr ist eine Voraussetzung dafür, dass wir am Tag aktiv sein und in der Nacht schlafen können.

Wenn die Tage kürzer sind, in der Übergangszeit, im Winter und generell bei überwiegendem Aufenthalt in geschlossenen Räumen, erhalten wir nur einen Bruchteil der Beleuchtung am Auge im Vergleich zu einem schönen Sommertag im Freien.

Lichtmangel kann Depressionen verursachen

Niemand kann sich dem Einfluss von Licht auf Stimmung, Antrieb, Hirn- und Körperfunktionen entziehen. Jeder spürt mehr oder weniger deutlich die Wehmut und Melancholie im Herbst und die Müdigkeit im Frühjahr. Zeitzonenwechsel, Nachtarbeit, Ferienende, Wochenbeginn, Partner mit anderen Schlafenszeiten, etc. erinnern uns an unseren eigenen Tag- und Nachtrhythmus. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Lichtmangel Depressionen verursachen kann und dass Licht, im umgekehrten Fall, als Therapie dienen kann.

Licht kann als Therapie eingesetzt werden

Licht verbessert die Hirnleistung und den Nachtschlaf bei Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind. Weiter findet die Lichttherapie auch Einsatz, wenn eine saisonal-abhängige Depression vorliegt. Künstliche Beleuchtung kann den Lichtmangel zumindest verringern und einen Beitrag zur Verbesserung von Befinden und Gesundheit leisten.

Das richtige Licht zur richtigen Zeit

Im Alltag sollten folgende Hinweise berücksichtigt werden:

Morgens und tagsüber: Für die Beleuchtung von Bad, (morgendlichem) Essplatz, Schreibtisch/Arbeitsplatz sollten Leuchtmittel mit Lichttemperatur 4000 bis 6500 Kelvin (neutrales, weisses Licht bis "cool daylight") gewählt werden. Das Leuchtmittel kann eine Energiesparlampe (ESL) oder LED sein und sollte möglichst hell sein.

Man muss nicht direkt ins Licht schauen, um den positiven Lichteffekt zu erhalten. Beachten Sie aber, dass das Licht, das das Auge erreicht, mit dem Abstand zur Lichtquelle enorm abnimmt. Ob die Lampe einen halben oder einen Meter vom Auge weg ist, spielt eine grosse Rolle. Das Licht am Auge vermindert sich dann um 75%. Die ideale Position der Lichtquelle ist somit (angenehm) nahe an den Augen, etwas über Kopfhöhe. Ihre Aktivitäten wie Lesen, Essen, Morgentoilette, Schreibtischarbeit, Handarbeiten etc. sollen durch das gute Licht unterstützt und nicht behindert werden.

Abends: Abends und nachts sollte das gewohnte Glühlampenlicht, das gelblich orange „warm white“, verwendet werden. Bei Tablets und Smartphones kann auf eine Beleuchtung mit reduziertem Blauanteil gewechselt werden.

Lichttherapie wird daheim angewandt

Die Abklärung, ob für jemanden Lichttherapie indiziert ist, kann an jedem unserer Ambulatorien durchgeführt werden. Die Therapie mit Licht ist dann besonders wirkungsvoll, wenn sie im privaten und beruflichen Alltag zur regelmässigen Anwendung kommt. Licht ergänzt und unterstützt die Wirkung bestimmter Medikamente und/oder psychotherapeutischer Methoden. Ob Sie diese Therapie benötigen und wie bzw. wann Licht (und Dunkelheit) eingesetzt werden könnten, besprechen wir mit Ihnen im Rahmen der Behandlung.

Stefan Telser, Oberarzt und Leiter Psychiatrie St.Gallen Nord in Rorschach

Lichttherapie