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Früherkennung Psychose

Früh und präventiv handeln

Eine schizophrene Psychose ist eine Erkrankung wie jede andere auch. Früh und richtig erkannt ist sie gut behandelbar. Wichtig und erfolgversprechend sind ungünstige Umweltfaktoren zu minimieren und professionelle Unterstützung anzubieten.

Was begünstigt den Ausbruch einer Psychose?

Ursachen

Bei den meisten Patienten mit einer schizophrenen Psychose zeigen sich Monate und Jahre schon Frühsymptome wie etwa Konzentrationsstörungen, veränderte Wahrnehmung, Schlaf- und Antriebsstörungen, Misstrauen. Meist sind junge Erwachsene betroffen, deren Umfeld die Symptome fälschlicherweise als normale Entwicklung in der Pubertät interpretiert hat. Diese Symptome beeinträchtigen allerdings die Leistungsfähigkeit der Betroffenen erheblich und haben negative soziale Folgen. Viele Faktoren beeinflussen das Risiko, irgendwann im Leben unter Zunahme von Stress und Belastung an einer Psychose zu erkranken:

  • Erkrankungen und soziale Stresssituationen in der Kindheitsphase
  • Hirnentwicklungsstörung
  • Geburtskomplikationen
  • Erbliche Faktoren: Biologische und soziale Faktoren
  • Drogenkonsum: Cannabis, Amphetamine und Kokain
  • Vulnerabilitäts-Stress-Modell (Verletzlichkeit und Anfälligkeit für psychische Erkrankungen)
  • Multifaktorielle Ursachen (Zusammenwirken vieler Faktoren)

Welche Symptome kündigen eine Psychose an?

Symptome
  • Im frühen, psychosefernen Risikozustand

    Im frühen, psychosefernen Risikozustand treten verschiedene Symptome auf, welche die Betroffenen meist zuerst wahrnehmen.

    • Unruhe
    • Angst, Depression und Sorgen
    • Veränderung von Verhalten, Motivation und Wesen
    • Denken und Konzentrieren fällt schwer
    • kognitive Beeinträchtigungen der Denk-, Sprach- und Wahrnehmungsprozesse
    • Ausdrücke entfallen, die Sprache fühlte sich fremd an
    • Schwierigkeiten verschiedene Aktivitäten gleichzeitig auszuführen, wie beispielsweise Kochen und Musik hören
    • Plötzlich einschiessende, störende Gedanken
    • Berufliche und private Leistungseinbussen
  • Im weiteren Verlauf (psychosenah)

    Im weiteren Verlauf können im psychosenahen Risikozustand ergänzende Symptome auftreten.

    • Ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse: Erleben von bizarren und unerklärlichen Situationen.
    • Beziehungsideen: Betroffene beziehen bisher neutrale Eindrücke im Alltag auf sich.
    • Magisches Denken: Betroffene fühlen sich plötzlich in der Lage, Dinge übernatürlich zu beeinflussen.
    • Eigenartige Denk- und Sprechweise
    • Deutliche psychotische Symptome wie paranoide Ideen, Wahnideen, Halluzinationen, formale Denkstörungen sowie grob desorientiertes Verhalten. Diese erfüllen aber noch nicht die zeitlichen Kriterien einer Psychose und bilden sich unbehandelt innerhalb von maximal sieben Tagen zurück.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Diagnose

Bei Verdacht auf die Entwicklung einer Psychose erfolgt eine umfassende psychiatrische Abklärung. Hierbei werden die aktuellen Beschwerden, Vorgeschichte, Risikofaktoren (z.B. Konsum von Drogen), psychische Erkrankungen in der Familie und das Leistungsniveau mit Verlauf der letzten 12 Monate unter die Lupe genommen

Daraufhin erfolgt eine spezifische test-diagnostische Abklärung. Durch diese erhält man konkrete Hinweise, ob ein Erkrankungsrisiko vorliegt und ob es sich um eine psychoseferne oder psychosenahe Risikophase handeln könnte. Gleichzeitig sollten körperliche Ursachen abgeklärt und ausgeschlossen werden. Es erfolgt eine Blutabnahme und Untersuchung des Urins sowie ein Drogenscreening. Falls nötig wird eine Bildgebung des Schädels (CT oder MRI) oder eine Ableitung der Hirnströme (EEG) durchgeführt.

Fachperson

«Die eigene Psyche besser zu kennen ist die beste Medizin. Allein zu erfahren, dass die Psyche nicht tabu ist und dass ein Gespräch mit Experten sehr gut tut, hilft weiter. Unser Ziel ist unter anderem, Betroffenen zu vermitteln, wie sie sich selbst helfen können.»

Dr. med. Funda Akkus
Oberärztin Ambulatorium Wil

Wie werden Risikozustände behandelt?

Therapien

Im Normalfall ist eine ambulante Behandlung ausreichend und der stationären Behandlung vorzuziehen. Bei spezieller Problematik kann eine intensivere therapeutische Begleitung in einem teil- oder vollstationären Umfeld sinnvoll sein. Diese planen wir mit dem Patienten und den Angehörigen – nach Absprache mit dem Zuweiser. Liegen zusätzliche Erkrankungen wie Depression oder Suchterkrankung vor, sollten diese störungsspezifisch behandelt werden.

Therapie der ersten Wahl ist die Psychotherapie im Einzelsetting. Die inhaltlichen Schwerpunkte werden dabei individuell auf den Patienten ausgerichtet:

  • Symptom-Monitoring
  • Psychoedukation: Entwicklung eines konstruktiven Erklärungsmodells für die Beschwerden. Dabei wird die negative Selbstabwertung vermieden.
  • Symptommanagement
  • Selbstwerterhalt und Selbstkonzept
  • kognitive Umstrukturierung
  • Förderung der Motivation und des Selbstwirksamkeitserlebens
  • Stressmanagement, Krisenmanagement

Im psychotherapeutischen Gruppensetting können problemlösungsorientierte und soziale Kompetenzen und Entspannungsverfahren vermittelt und erlernt werden. Eine medikamentöse Behandlung ist meist nicht nötig, kann aber individuell sinnvoll sein. Hierbei wird eher vorsichtig und niedrig dosiert vorgegangen. Bei psychosozialen und beruflichen Problemen kann eine Unterstützung und Begleitung durch den Sozialdienst sinnvoll und entlastend sein.

Wo werden Risikozustände behandelt?

Standorte

Die Behandlung von Betroffenen in einem Risikozustand sollte wohnortnah und dezentral erfolgen. Hierzu gibt es Therapieangebote an allen vier Standorten.

Kontakt & Anmeldung

Kontakt & Anmeldung

Ansprechpersonen zu diesem Thema

Dieses Bild zeigt ein Foto von Funda Akkus
Dr. med. Funda Akkus

Oberärztin, Leiterin Ambulatorium Wil
Erwachsenenpsychiatrie

Dieses Bild zeigt ein Foto von Thomas Pauli
Thomas Pauli

Oberarzt, Akutpsychiatrie und Notfall Station A01/1, Erwachsenenpsychiatrie

Zentrale Anmeldung und Information ZAI:
+41 71 913 11 80

  • Informationen und Beratung zu therapeutischen Angeboten der Psychiatrie St.Gallen Nord
  • Anmeldungen für stationäre Behandlungen
  • Anmeldungen für Krisenambulatorium Wil

Öffnungszeiten ZAI

  • rund um die Uhr besetzt
  • werktags 8.00 - 17.00 Uhr, davor und danach diensthabender Arzt

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