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Altersdepression

Traurigkeit und Interessensverlust im Alter

Neben typischen Depressions-Symptomen wie Traurigkeit, Antriebsarmut oder Interessenverlust zeigt eine Altersdepression auch «unspezifische und atypische» Symptome. Dazu gehören körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Enge- und Beklemmungsgefühle oder Magendarm-Probleme. Zudem erschweren Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen die Abgrenzung zur Demenz.

Was führt zu einer Altersdepression?

Erläuterung

Die Ursachen einer Altersdepression sind meist eine allgemeine Veranlagung zur Depression, psychosoziale Stressfaktoren oder ein Zusammenspiel von beiden. Oft spielen auch körperliche Veränderungen, die mit einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit zusammenhängen, eine grosse Rolle. Hinzu kommen belastende Erkrankungen, die im Alter häufiger auftreten. Auslöser für Depressionen im Alter sind:

  • Veranlagung zu Depression oder psychischer Erkrankungen in der Familie
  • Psychosoziale Stressfaktoren wie z.B. bevorstehender Ruhestand, Veränderung in Familie und Umfeld, Auseinandersetzung mit Tod
  • Folge von körperlichen Erkrankungen, beginnender Demenz, andauernden Schlafstörungen
  • Auseinandersetzung mit dem Altwerden und möglicher Hilfsbedürftigkeit

Welche Symptome sind typisch für Altersdepressionen?

Symptome

Hauptanzeichen für Altersdepressionen sind Traurigkeit, Antriebsarmut und Interessensverlust, aber auch Schlaf- und Gedächtnisstörungen und der Verlust von Appetit und sexuellem Verlangen.

Bei mittelschweren bis schweren Depressionen kommen oft eine grosse Erschöpfung in Verbindung mit innerer Unruhe und Nervosität dazu. Auch konkrete Gedanken, dass das Leben nicht mehr lebenswert ist, bis hin zu Selbsttötungsabsichten kommen vor.

Mit zunehmendem Alter äussern sich Depressionen nicht mehr nur durch diese «klassischen» Symptome. Es stehen zunehmend Symptome im Vordergrund, die nicht unbedingt an eine Depression denken lassen. Patienten klagen vorwiegend über Gedächtnisstörungen und körperliche Symptome wie Schmerzen, Enge- und Beklemmungsgefühle, Magen-Darmprobleme und andere körperliche Beschwerden.

Typisch im Alter (KEINE Depressionen) sind allerdings:

  • Gedächtnisstörungen
  • Körperliche Beschwerden unterschiedlichster Art
  • Vegetative Beschwerden
  • Schlafstörungen
  • Sozialer Rückzug

Wie wird die Diagnose gestellt?

Diagnose

In einem Diagnosegespräch werden die genannten Beschwerden erfasst und bewertet. Körperliche Beschwerden werden ernst genommen und mit dem Hausarzt und falls nötig Spezialisten abgeklärt. Körperliche Störungen können Depressionen auslösen. Sie können aber auch ein Ausdruck der Depression sein und durch diese verstärkt werden. Um eine mögliche Demenz auszuschliessen, müssen verschiedene Untersuchungen vorgenommen werden.

Fachperson

«Altersdepressionen sind oft nicht leicht zu erkennen und können vielfältige Ursachen haben. Eine schnelle und konsequente Behandlung führt in vielen Fällen zu einer guten bis sehr guten Besserung der Symptome.»

PD Dr. Dr. Ulrich Michael Hemmeter
Chefarzt Alters- und Neuropsychiatrie, Leiter COEUR, Mitglied der Geschäftsleitung

Wie werden Altersdepressionen behandelt?

Therapien

Um zu Beginn der Behandlung eine exakte Diagnose zu stellen, müssen zuerst die oben genannten Untersuchungen durchgeführt werden. Leichtere Altersdepressionen können mit individuell abgestimmter Psychotherapie behandelt werden, die, falls nötig, durch ein Antidepressivum oder auch ein Phytotherapeutikum ergänzt wird. Bei schweren Altersdepressionen ist die Pharmakotherapie – die medikamentöse Behandlung – zwingend. Weiter in Frage kommen chronobiologische Therapien, Lichttherapie, Wachtherapie, Schlaf-Wach-Management; Kognitives Training; Training der Alltagsaktivitäten; Mitbehandlung körperlicher Erkrankungen, Hypertonie, kardiovaskulärer Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Atemwegserkrankungen, die oft im Zusammenhang mit Depressionen im Alter stehen.

Wo werden Altersdepressionen behandelt?

Standorte

Altersdepressionen werden primär auf der dafür eingerichteten, offen geführten Spezialstation Haus A07 in Wil behandelt. Dort werden stationär behandlungsbedürftige Patienten mit Altersdepression von ausgewiesenen Fachpersonen betreut. Patienten mit Altersdepression und gleichzeitig bestehender Eigen- oder auch Fremdgefährdung werden zunächst im Sicherheitsbereich der Alterspsychiatrischen Aufnahmestation A08/1 behandelt und werden nach Abklingen der Akutsymptomatik auf die Spezialstation ins Haus A07 verlegt. In die Stationen im A07 und die Station A08/1 sind auch Tagesklinikplätze integriert.

Die ambulante Versorgung von Patienten mit Altersdepression wird vorwiegend in den dafür eingerichteten alterspsychiatrischen Sprechstunden in den Ambulatorien der Alters- und Neuropsychiatrie in Wil und in St.Gallen vorgenommen. Zudem bestehen Behandlungsmöglichkeiten in den Ambulatorien in Rorschach und Wattwil.

Durch den Alterspsychiatrischen Konsiliar- und Liaisondienst sind auch Behandlungsmöglichkeiten in den Alten- und Pflegeheimen unseres Versorgungsgebiets gegeben.

Kontakt & Anmeldung

Kontakt & Anmeldung

Ansprechpersonen zu diesem Thema

Dieses Bild zeigt ein Foto von Stephan Goppel
Dr. med. Stephan Goppel

Leitender Arzt Alters- und Neuropsychiatrie Wil
Leitender Arzt Memory Clinic
Leitender Arzt Konsiliar- und Liaisondienst Wil

Loretta Giacopuzzi-Schätti

Leiterin Pflege Akutpsychiatrie und Forensik
Leiterin Pflege Alters- und Neuropsychiatrie
Leiterin Pflege Center of Education and Research (COEUR)
Leiterin Pflege Spezialwohnheim Eggfeld

Mitglied der Geschäftsleitung

Zentrale Anmeldung und Information ZAI:
+41 71 913 11 80

  • Informationen und Beratung zu therapeutischen Angeboten der Psychiatrie St.Gallen Nord
  • Anmeldungen für stationäre Behandlungen
  • Anmeldungen für Krisenambulatorium Wil

Öffnungszeiten ZAI

  • rund um die Uhr besetzt
  • werktags 8.00 - 17.00 Uhr, davor und danach diensthabender Arzt

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